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Sensorische Integrationstherapie nach Jean Ayres

Die fünf Sinne des Menschen: Hören, Fühlen, Riechen, Sehen und Schmecken
Die fünf Sinne des Menschen: Hören, Fühlen, Riechen, Sehen und Schmecken

Sensorische Integrationsstörungen sind Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Sinnesreizen der fünf Sinne Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen.
Sensorische Integration, kurz SI genannt, ist die Ordnung und Verarbeitung von Sinnesreizen im zentralen Nervensystem. Die Reizaufnahme erfolgt über die Sinnesorgane Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut. Bewegungen, die einwirkende Schwerkraft auf den Körper und die aktuelle Lage im Raum erfährt der Körper über das vestibuläre System, dem Gleichgewichtssinn.
Ist die Verarbeitung einzelner oder mehrere Sinneswahrnehmungen gestört, so kann keine zielgerichtete und geplante Handlung auf die entsprechenden Umweltreize erfolgen.

Diagnose und Therapie von Sensorischen Integrationsstörungen
Die Diagnose einer Sensorischen Integrationsstörung erfolgt durch Ergotherapeuten, die eine Zusatzausbildung in der SI-Therapie absolviert haben. Die Therapie findet in der Regel ein- bis zweimal pro Woche statt und dauert zwischen sechs Monaten und zwei Jahre. Dabei werden dem Patienten gezielte Reizangebote auf eine spielerische Weise angeboten. Dies geschieht durch Therapie-/Spielgeräte, Kletterangebote, Schaukeln, Trampolin springen, Wippen und taktilen Betätigungen. Durch die SI-Therapie soll das Selbstbewusstsein und die Selbständigkeit gefördert werden. Ziel der Therapie ist eine verbesserte Wahrnehmung und Verarbeitung der Sinneseindrücke insbesondere der Eigen- und Tiefenwahrnehmung und des Gleichgewichtes.

Mögliche Symptome einer SI-Störung bei Klein- und Schulkindern:

  • Verzögerte motorische Entwicklung
  • Tollpatschigkeit, Ungeschicklichkeit
  • Mangelndes Selbst- und Körperbewusstsein
  • Verzögerte Sprachentwicklung
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Lernstörungen
  • Vermeidung der Hand zum Gebrauch
  • Anpassungsschwierigkeiten an neue Situationen
  • Hyper- oder Hypoaktivität

Wichtig: Nicht nur wilde unbeherrschte und ungeschickte Kinder können von einer SI-Störung betroffen sein, sondern auch ruhige, schüchterne, unsichere und eher beobachtende als selbst aktiv werdende Kinder.

Sensorische Integrationstherapie nach Jean Ayres
Die SI-Therapie wurde von der amerikanischen Ergotherapeutin und Psychologin Jean Ayres entwickelt mit dem Ziel, Kindern mit Lerndefiziten zu helfen. Die Sensorische Integrationstherapie hat in Deutschland eine weite Verbreitung gefunden und wird häufig von Ergotherapeuten zur Behandlung von entwicklungs- und lerngestörten Kindern eingesetzt. Die Sensorische Integrationstheorie geht von einem Regelkreis zwischen Sensorik und Motorik aus. Der Theorie liegt der Wahrnehmungs-Entwicklungsbaum zu Grunde. Nach dieser Vorstellung bauen die Fernsinne, wie Geruchssinn, Sehen, Hören und Schmecken auf den Basissinnen oder Nahsinnnen, dem Fühlen und dem Gleichgewichtssinn auf. Ist das System gestört, so sind nach Jean Ayres die Handlungsplanung, das Verhalten und das Lernen beeinträchtigt. Heute weiß man aus Erkenntnissen der Neurobiologie, dass die Entwicklung und der Reifungsprozess in Auseinandersetzung mit der Umwelt erfolgt und somit nicht streng nacheinander, sondern parallel erfolgen. Das ursprüngliche Modell von Ayres wurde inzwischen zwar modifiziert, die praktischen Ausführungen blieben jedoch weitgehend gleich. So konnte bis heute die Wirksamkeit der Sensorischen Integrationstherapie nicht eindeutig nachgewiesen werden. Doch zahlreiche Einzelbeobachtungen und Erfahrungsberichte zeigen positive Effekte auf die motorische Geschicklichkeit und die Körperhaltungskontrolle. Auch Ängstlichkeit und Unsicherheit oder Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern lassen sich mit Hilfe der Sensorischen Integrationstherapie verbessern. Die SI-Therapie verbessert häufig auch die Selbstsicherheit und Selbständigkeit von Kindern. Bei Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Lernstörungen sowie Verhaltensstörungen hat die Sensorische Integrationstherapie häufig keinen nachweisbaren Effekt.

Quelle:

 

 

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