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Mikroplastik in Waschmitteln, Kosmetikprodukten und Kleidungsstücken

Umweltverschmutzung durch Plastik - Quelle: Pixabay
Umweltverschmutzung durch Plastik - Quelle: Pixabay

Mikroplastik sind Kunststoff-Teilchen, die zwischen fünf Mikrometern und maximal fünf Millimetern groß sind. Dabei unterscheidet man zwischen Mikroplastik-Partikeln, die bewusst in Produkten eingesetzt werden und solchen, die beim Zerfall von Plastikmüll entstehen – beide Arten belasten die Umwelt – insbesondere die Meere.

Mikroplastik – warum ist es so gefährlich?
Weltweit werden pro Jahr rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffe, wie Plastik- und Plastikflaschen oder Verpackungen hergestellt (Stand 2013). Rund sechs bis zehn Prozent (also bis zu 30 Millionen Tonnen) landen laut einer Studie des Umweltbundesamtes pro Jahr in den Weltmeeren und Binnengewässern, wenn diese Abfälle achtlos weggeworfen werden. Durch physikalische und chemische Einflüsse (Sonne, Wetter und Gezeiten) wird der Plastikmüll zu sekundärem Mikroplastik zerkleinert.  Von mehr als 650 Tierarten ist bekannt, dass sie negativ von dem Plastikmüll betroffen sind – entweder nehmen die Tiere es mit ihrer Nahrung auf oder die Tiere verfangen sich in Kunststoffabfällen. Mikropartikel aus Kunststoff können auch als Träger von Schadstoffen und Krankheitserregern fungieren.

Mikroplastik in Reinigungs- und Kosmetikprodukten
Mikropartikel aus Kunststoffen finden sich in Wasch- und Reinigungsmitteln, Peelings, Duschgels, Rasierschaum, Zahnpasta, Haargel, Sonnencremes und Schminke sowie in Chemiefasern, die aus Kleidungsstücken und anderen Textilien ausgewaschen werden. Die Mikroplastik-Teilchen werden industriell hergestellt – meist in Form von Kügelchen – zum Abschleifen oder Abschaben der Haut, als Peelingmittel oder als Glanzmittel in z.B. Lippenstiften. Manchmal werden sie auch als Füll- oder Quellstoff eingesetzt, um die Masse zu verdichten – so entsteht so u.a. das „gelige“ Gefühl der Flüssigkeit.
Beim Waschen der Schmutzwäsche in der Waschmaschine lösen sich Kleinstpartikel aus Stoffen mit Plastikanteilen, wie Acryl und Polyester, und gelangen ebenfalls ins Abwasser. Dies ist besonders bei Outdoor-Kleidung, wie Softshelljacken und Fleece-Pullis und vielen Socken der Fall. Diese winzigen Kunststoffpartikel können von Kläranlagen nicht aus dem Abwasser gefiltert werden.

Wie vermeide ich Mikroplastik?
Ein Einkauf ohne Mikroplastik ist gar nicht so einfach. So setzt allein die deutsche Kosmetikindustrie jährlich rund 500 Tonnen Mikropartikel aus Kunststoff in ihren Produkten ein, obwohl sie sich leicht durch andere Stoffe ersetzen ließen. Die Alternative stellen zertifizierte Naturkosmetika dar oder Produkte, die das BDIH- oder NaTrue-Siegel tragen. Der BUND-Einkaufsratgeber (PDF) ist eine Liste mit Produkten, die Mikroplastik enthalten.

Alternativ sollte man auf nachfolgende Inhaltsstoffen achten:

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Ethylenvinylacetat Copolymer (EVA)
  • Nylon / Polyamid (PA)
  • Polyacrylat (PAK)
  • Polymethylmetacrylat (PMMA)
  • Polyquarternium (PQ)
  • Polyethylen (PE)
  • Polyethylenglycol (PEG)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polypropylen (PP)
  • Polypropylenglycol (PPG)
  • Polystyrol (PS)
  • Polyurethan (PUR)

Auch die APP Codecheck  (http://www.codecheck.info) hilft bei der Auswahl mikropartikelfreier  Produkte.

Drei Beispiele für weniger (Mikro-)Plastik

Bei der Fishing for Litter-Initiative werden Fischkutter so ausgestattet, dass sie aus dem Meer gefischten Müll an Bord verstauen können. Im Hafen kann dieser Müll dann kostenfrei und sachgerecht entsorgt werden.

An einer Alternative auf Basis von Biowachsen arbeitet das Fraunhofer –Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Bienenwachs, Karnaubawachs oder Candelillawachs sind nachwachsende Rohstoffe und – im Gegensatz zu Kunststoffen und Biokunststoffen – in Wasser relativ schnell biologisch abbaubar. Die pulverisierten Biowachse  werden mittels eines Hochdruckverfahrens hergestellt. Dazu wird das Wachs aufgeschmolzen und mit überkritischem Kohlenstoffdioxid bei hohen Drücken vermischt. Die Mischung wird anschließend durch eine Düse auf Umgebungsdruck entspannt, wobei das Wachspulver entsteht.

Der Guppy Friend ist ein Waschbeutel, der Mikroplastik filtert – ein Crowdfounding-Projekt von der LANGBRETT Interessengemeinschaft  – einer Gruppe von Surfern, Skatern und Kreativen, die sich mit dem Ziel zusammengeschlossen haben, vorbildlich, nachhaltige Kleidung für den Surf- und Outdoorsport zu entwickeln. Sicherlich eine gute Idee – doch was tut man mit dem Mikroplastik, dass sich in dem Waschbeutel ansammelt? Wie entsorgt man die Mikropartikel so, dass sie nicht doch noch in die Umwelt gelangen?

Quellen:

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