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Plastikmüll

Plastikmüll
Plastikmüll in der Natur - Quelle: hhach / Pixabay

Laut einer US-Studie, die im Fachblatt „Science Advances“ erschienen ist, wurden bis heute 8,3 Milliarden Tonnen Rohkunststoffe hergestellt. Die Forscher schätzen, dass bei gleichbleibender Plastik-Produktion bis zum Jahr 2050 rund zwölf Milliarden Tonnen Plastik-Müll auf Deponien und in der Umwelt zu finden sein werden.  Laut den Forschern wurden im Jahr 1950 noch etwa zwei Millionen Tonnen Plastik hergestellt; im Jahr 2015 waren es bereits 380 Millionen Tonnen. Von dem anfallendem Plastikmüll werden etwa neun Prozent recycelt und zwölf Prozent verbrannt. Die restlichen rund 80 Prozent Plastikmüll landen auf Deponien und in der Umwelt.

Globale Plastik-Produktion (Milliarden Tonnen/Jahr) - Quelle: Zusatzmaterial (PDF) zur Studie "Production, use, and fate of all plastics ever made"

Plastik zerfällt unter Einwirkung des Sonnenlichts in Mikropartikel (Mikroplastik-Teilchen). Das Mikroplastik gelangt über die Flüsse und Seen in die Ozeane und somit auch in die Nahrungskette. Ob und wie gefährlich Mikroplastik für den Menschen ist und welche weitreichenden Auswirkungen auf die Ökosysteme damit verbunden sind, ist bislang nicht klar.

Als Strategie gegen eine weitere Zunahme des Plastikmülls schlagen die Forscher eine Kombination aus Recycling und eine drastische Reduzierung der jährlichen, weltweiten Plastik-Produktion vor. Ein vollständiger Verzicht auf Kunststoffe ist sicherlich nicht erreichbar, da Plastik mittlerweile allgegenwärtig ist.

Biokunststoffe
Eine Alternative zu Plastik aus Erdöl sind Biokunststoffe, die aus anderen Rohstoffen bestehen. Allerdings haben sie ebenfalls keine gute Ökobilanz. Auch plastikfressende Raupen lösen das weltweite Plastikproblem nicht, da sie die enormen Mengen Kunststoff nicht schnell genug zersetzen können.

Kunststoff-Alternative: Soja
Das StartUp-Unternehmen SoyFoliate stellt Soja-Mikroperlen her, die als Ersatz für Mikroplastik-Partikel in Kosmetikprodukten, wie Peelings, Duschgel und Zahnpasta dienen. In den USA und einigen Europäischen Ländern wurde die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetikartikeln bereits verboten.

Forschung: Selbstzerstörendes Plastik
US-Forscher haben einen Kunststoff entwickelt, der mithilfe eines chemischen Auslösers bei Raumtemperatur zum Schmelzen gebracht werden kann. Das Plastik zerfällt dann in seine Bestandteile – im Idealfall handelt es sich dabei um ungiftige Gase. Für diesen Mechanismus haben die Forscher die Polymerketten mit temperaturempfindlichen Einheiten ausgestattet, die bei Kontakt mit einem bestimmten Katalysator (Auslöser), zerfallen.

Quellen: