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Nachhaltigkeit im Alltag: Repair Cafés – reparieren statt neu kaufen

Kaputte Dinge selber reparieren und nachhaltiger leben - Quelle: Pixabay
Kaputte Dinge selber reparieren - Quelle: Pixabay

Repair Cafés werden in definierten Zeitabständen (z.B. einmal pro Monat) in fast jeder Großstadt angeboten. Jeder darf kommen und kaputte Geräte mitbringen, vom defekten Smartphone bis zum abgefallenen Topfdeckelgriff. Am häufigsten werden elektrische Küchengeräte und andere elektronische Geräte (DVD-Player, Radio), Lampen, Kleidungsstücke und Fahrräder repariert.
Der Eintritt ist kostenlos, nur für eventuell benötigte Ersatzteile muss gezahlt werden. Das Repair Café sucht Fachleute und Experten, die ehrenamtlich helfen kaputte Sachen zu reparieren. Werkzeuge stammen häufig aus Unternehmensauflösungen.  

Die Repair Cafés wollen die Sensibilität, dafür dass man kaputte Dinge nicht leichtfertig weg wirft, sondern, dass man sie häufig reparieren kann, neu wecken. Denn dies ist uns in der Wegwerfgesellschaft fremd geworden.  Repair Cafés wollen auch das Technikverständnis wieder wecken und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärfen. Denn uns sind die Fähigkeiten und das Wissen um das Reparieren von Alltagsdingen verloren gegangen. Das liegt natürlich auch daran, dass die Hersteller daran interessiert sind, Geräte mit begrenzter Lebensdauer herzustellen, um so den Profit zu steigern. Und so landen in Europa Unmengen von Rohstoffen auf der Müllkippe – und das schadet in großem Maße unserer Umwelt.

Durch Reparaturen von defekten Geräten lässt sich ihre Nutzungsdauer verlängern und dies spart Ressourcen und schont die Umwelt. Repair Café wollen keine Konkurrenz für Handwerksbetriebe sein. Besucher werden in schwierigen Fällen regelmäßig an die solche weiter verwiesen, wenn die Selbstreparatur nicht möglich ist.

Geschichte der Repair Cafés
Die Idee der Repair Cafés stammt von der holländischen Journalistin Martine Postma. 2009 organisierte sie das erste Repair Café in Amsterdam. Es war ein großer Erfolg und so rief sie 2010 die Stiftung „Stichting Repair Café“ ins Leben. Die niederländische Non-Profit-Organisation unterstützt lokale Gruppen im In- und Ausland dabei, selbst ein Repair Café zu eröffnen.
Neu ist das englischsprachige Repair Café Wiki, indem Reparaturanleitungen gesammelt werden.

Weitere Infos unter: http://repaircafe.org/

Eine Übersicht der deutschen Repair-Cafes findet sich bei dem Netzwerk Reparatur-Initiativen.

Nachhaltigkeit
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ (ursprüngliche Bedeutung: längere Zeit anhaltende Wirkung) stammt aus der Forstwirtschaft und bezeichnet die Idee, höchstens so viele Bäume zu fällen, wie neue angepflanzt werden können. Im modernen Sinn versteht man unter Nachhaltigkeit das Prinzip, bei dem nicht mehr verbraucht wird, als nachwachsen bzw. sich regenerieren kann, so dass es in Zukunft wieder zur Verfügung steht. Nachhaltigkeit bezieht sich demnach hauptsächlich auf die Natur/Umwelt; sollte sich im Idealfall aber auch auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte beziehen.
Die Nachfrage nach „grünen Produkten“ ist in den Industrieländern groß – allein bei Kleidung hält sich das „Geiz ist Geil“-Konsumverhalten. T-Shirt, Jeans, Röcke, Kleider und Jacken müssen billig sein und werden entsprechend den Modetrends ausgetauscht. Verbraucher interessieren sich nicht für die Herstellungsbedingungen bei Textilien. Obwohl es mittlerweile Designer gibt, die aus alten Kleidern neue Mode machen oder Textilien aus nachwachsenden Naturfasern herstellen.

Quellen:

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