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Social Reading in Online Communities oder in Unterricht und Lehre

Myriams-Fotos / Pixabay

Für den Begriff »Social Reading« gibt es zwei Auffassungen, wie man den Begriff verstehen kann:

1. Leser tauschen sich online über den Lesestoff aus.
2. Social Reading als didaktische Methode im Unterricht und der wissenschaftlichen Lehre.

Zu 1. Buchclubs und Online-Lesekreise
Beim Social Reading finden Lesegruppen zufällig zusammen. Es handelt sich um Online Communities, Bücherclubs oder Online-Lesekreise, in denen über ein Buch diskutiert wird. Hier wird über Bücher gesprochen. Die größte Plattform ist Goodreads; die größte deutschsprachige Plattform ist LovelyBooks.
Es können aber auch Foren, Blogs und Gruppen in Sozialen Netzwerken sein, in denen Leser sich über Bücher austauschen. Dies ist auch eine Möglichkeit für Nachwuchsautoren und Laien Feedback oder Rezensionen zu einem Werk zu erhalten.

Der gläserne Leser
Wird das Buch digital gelesen z.B. auf einem eBook-Reader oder direkt im Internet, so können umfassende Informationen zu Vorlieben, Abneigungen, Lesegeschwindigkeit und Kommentare von den Verlagen getrackt werden. Diese Analyse-Methoden eröffnen dem digitalen Buchmarkt ganz neue Möglichkeiten hinsichtich des Marketings und auch der Autor erhält so unter Umständen Hinweise, wie er sein Buch überarbeiten kann.

Zu 2. Social Reading in Unterricht und Lehre
Beim Social Reading als didaktische Methode werden Lesegruppen gezielt in Klassen, Kursen, Seminaren gebildet, um sich mit Texten/Literatur auseinander zu setzen. Lernende können in Gruppen mit oder ohne Einbindung des Lehrenden gemeinsam über Texte diskutieren. Das Potential von Social Reading in der Lehre reicht von der Klassenlektüre in der Schule über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fachliteratur in Hochschulen beispielsweise in den Geistes-und Kulturwissenschaften über Falldiskussionen in den Rechtswissenschaften bis hin zum gegenseitigen Austausch bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten, wie z.B. Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Fachpublikationen (Peer-Review-Verfahren).

Ideen für die methodische Gestaltung der Klassenlektüre
Aktuelle Studien belegen, dass die Lesekompetenz von Schülern zu wünschen übrig lässt. Es gibt große Unterschiede in der Lesegeschwindigkeit. Deshalb ist von einem lauten Lesen in der Klasse reihum abzuraten. Denn schneller lesende Schülerinnen und Schüler sind dabei unterforderd, während langsam lesende Schülerinnen und Schüler demotiviert werden.
Besser ist es, die Klasse in Gruppen oder Tandems aufzuteilen. Bei der Zusammenstellung der Gruppen bzw. Tandems ist darauf zu achten, dass die Schüler eine ähnliche Lesekompetenz haben, damit nicht die gleichen Effekte, wie beim Lesen in der Klassengemeinschaft auftreten. Bei der Gruppeneinteilung sollte zudem, darauf geachtet werden, dass ich die Gruppenmitglieder bzw. Partner gut verstehen.

Soll jeder Schüler / jede Schülerin das gleich Buch lesen, so ist es zwingend erforderlich, dass jede/r das gesamte Buch liest. Die Gruppen oder Tandems können nach der Lektüre eines Kapitels dieses der Klasse vorstellen. Im Klassenverband kann dann gemeinsam über das Kapitel diskutiert und reflektiert werden.
Begleitend kann entweder von jeder Gruppe zu ihrem Kapitel oder von allen Schülerinnen und Schülern ein Lesetagebuch geführt werden. Eine weitere Idee zur Auseinandersetzung mit den Inhalten ist, dass die Lesegruppen bzw. -partner Rätselfragen zu ihrem Kapitel erarbeiten und der Klasse später stellen.
Für leseschwache Schülerinnen und Schüler könnte zudem ein Hörbuch zum Einsatz kommen.

Social Reading in der Hochschule
Im Hochschulkontext eignet sich die Methode des social readings zum Einsatz beim flipped classroom-Modell. Dabei lesen die Studierenden die Lektüre allein oder nutzen Tools wie z.B. Nota Bene um in Kleingruppen oder Partnerarbeit den dititalen Text zu markieren, mit Notizen und Fragen zu versehen. Die Diskussion, Reflexion und Bewertung des Lesestoffs erfolgt dann im folgenden Präsenzunterricht. Auch hier kann ein Lesetagebuch den individuellen Leseprozess unterstützen.

Quellen:

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