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Mit Neurofeedback aktiv gegensteuern

Neurofeedback - Quelle: Pixabay
Neurofeedback - Quelle: Pixabay

Neurofeedback ist eine Spezialrichtung des Biofeedbacks. Während beim Biofeedback eine Rückmeldung über Veränderungen von Zustandsgrößen bei biologischen Vorgängen (beispielsweise Schwitzen unter Stress) gegeben wird, erfolgt beim Neurofeedback eine Rückmeldung über Gehirnstromkurven (EEG) oder die Nervenzellenaktivität im Gehirn (fMRT). In allen Fällen erhält der Patient eine Rückmeldung über seinen Körper, welche er dann gezielt und bewusst über Verhaltensänderungen zu beeinflussen lernt. Bio- beziehungsweise Neurofeedback ist somit eine Form der Selbstregulation, die über ein Trainingsprogramm erlernt wird.
Einsatzbereiche des Neurofeedbacks sind chronische Schmerzen, Depressionen, Angststörungen, AD(H)S, Epilepsie und Tic-Störungen wie beim Tourette-Syndrom.

EEG-Feedback
Beim Elektroenzephalografie (EEG)-Feedback werden Gehirnstromkurven von einem Computer in Echtzeit analysiert und am Bildschirm dargestellt. Mit einem solchen computergestützten Verfahren können beispielsweise Kinder mit ADHS selber Strategien erarbeiten, um sich besser konzentrieren zu können. Dass Neurofeedback als Ergänzungstherapie bei ADHS erfolgreich sein kann, belegt eine von 2005 bis 2007 durchgeführte Studie der Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Erlangen in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uni-Klinikum Göttingen und dem Heckscher-Klinikum München. An der Studie nahmen rund 100 Kinder mit ADHS zwischen acht und zwölf Jahren teil. Die Kinder absolvierten entweder ein Neurofeedback-Training oder ein herkömmliches computergestütztes Aufmerksamkeitstraining. Die Trainingsprogramme umfassten 18 doppelstündige Termine, aufgeteilt in zwei Blöcke à vier Wochen. Sowohl im Eltern- als auch Lehrerurteil schnitt das Neurofeedback-Training deutlich besser ab als das Vergleichstraining. In den Problembereichen "Unaufmerksamkeit" und "Hyperaktivität-Impulsivität" konnte das Neurofeedback-Training die Symptomatik um durchschnittlich 25 - 30 Prozent reduzieren.
Auch bei Epilepsie-Patienten gibt es eine Reihe von Studien, die belegen, dass durch gezieltes Hirntraining die Zahl der Krampfanfälle reduziert werden kann. Ähnlich sieht es für Tic-Störungen, wie das Tourette-Syndrom aus.

Echtzeit-Hirnscan mittels fMRT
Die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) misst, in welchen Hirnregionen sauerstoffreiches Blut zirkuliert. In diesen Hirnbereichen sind die Nervenzellen besonders aktiv. Der sauerstoffgehalt des Blutes beeinflusst das Magnetfeld im Tomografen unterschiedlich. Diese modernere Technik des Neurofeedbacks wird vorrangig zur Behandlung von Schizophrenie und anderen Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen sowie Nikotinsucht eingesetzt. Erfolgversprechend ist die Behandlung von Phobien, also beispielsweise die Angst vor Spinnen. Aber auch bei Depressionen, bei denen Patienten im Scanner durch das Zeigen von Bildern positive Emotionen erfahren. Die Gehirnregionen, die hier am meisten feuern, sollen von Patienten zur Bekämpfung der Depression durch eine gezielte gedankliche Aktivität anregen werden. Auch chronische Schmerzen lassen sich mittels Hirntraining im MRT reduzieren.

 

Quellen:

  • Gehirn & Geist, Spektrum Verlag, 10/2011: „Lenke dein Gehirn!“, Joachim Marschall, S. 28-34
  • IDW: Studie zeigt: Neurofeedback hilft Kindern mit ADHS, 14.01.2009,
  • SWR: Geist und Gehirn, Manfred Spitzer, Folge 76, 18.06.2008: Neurofeedback (Video nicht mehr verfügbar)
  • Spektrum direkt: Interview Professor Birbaumer 14.10.2011: Das ist wie Radfahren

 

 

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