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(e)Portfolios zur Dokumentation des individuellen Bildungs- und Berufsweges

(e)Portfolio = (elektronische) Sammelmappe, digitale Artefakte, die den eignen Bildungsweg dokumentieren - Quelle: Pixabay

Seit den 1980er Jahren gibt es vermehrt Menschen, die keinen geradlinigen, sondern einen verzweigten, mehrschichtigen und manchmal sogar verschlungenen beruflichen Lebenslauf eingeschlagen haben. Manchmal ist es sogar schwierig diesen berufsbiografischen Weg einem möglichen neuen Arbeitgeber aufzuzeigen und zu begründen, warum man wann, welche berufliche Entscheidung gefällt hat. Hier können Präsentationsportfolios helfen. Ein persönliches lebensbegleitendes Portfolio als Entwicklungportfolio kann auch dabei helfen, neue berufliche Ziele zu finden und diese durch sinnvolle Fortbildungen zu erreichen. Ein solches Portfolio ist also zugleich Biografiearbeit und ein Werkzeug zur Planung der weiteren beruflichen Entwicklung. Doch die Portfolioarbeit ist weit mehr als das Sammeln von Berufsabschlüssen, Zertifikaten und Zusatzqualifikationen. Darüber hinaus ist eine intensive Reflexion über die eigene Lern- und Kompetenzentwicklung. Erst die Reflexion ermöglicht den Blick auf persönliche Entwicklungen, Stärken und Schwächen sowie Entwicklungspotentiale. Die Ergebnisse können dann zum Selbstmarketing genutzt werden. So können möglicherweise durch die Portfolioarbeit Nischen im Arbeitsmarkt aufgedeckt und durch eine geeignete Angebotsstrategie ausgefüllt werden. Das persönliche Portfolio kann zudem auch für das individuelle Wissensmanagement genutzt werden.

Sinn und Zweck von (e)Portfolios: Dokumentation von Kompetenzen, Orientierung in der weiteren Lebens- und Berufsplanung (Ziele) als Planungs- und Gestaltungsinstrument, Nutzung zur Selbstdarstellung bei Bewerbungsverfahren.

Leider gibt es in Deutschland noch kein etabliertes lebenslanges, bildungsbereichsübergreifendes Portfolio-System. Häufig sind Portfolio-Systeme auf Institutionen oder Lebensabschnitte (Schule, Berufsschule, Universität etc.) und bilden so nur Ausschnitte der beruflichen Entwicklung ab.

ProfilPASS und ProfilPASS für junge Menschen
Der ProfilPASS stellt den derzeit wohl am weitesten verbreiteten Portfolioansatz in Deutschland dar. Entwickelt wurde das ProfilPASS-System im Rahmen eines Projektes der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK). Mit Hilfe des ProfilPASS-Ordners werden Fähigkeiten ermittelt und dokumentiert, die zum Beispiel während der Ausbildung, im Ehrenamt, während der Erwerbstätigkeit, in der Freizeit oder der Familientätigkeit erworben wurden. Darüber hinaus beinhaltet das ProfilPASS-System eine professionelle Begleitung in Form einer Beratung. Die Koordinierungs- und Service-Stelle für diese begleitende Beratung und Qualifizierung von Beratern liegt beim Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE).

www.profilpass.de

Europass
Ein weiteres Werkzeug ist der Europass. Er besteht aus dem europäischen Lebenslauf, dem Europass Sprachenpass, den Europass Zeugniserläuterungen sowie dem Europass Mobilität und Diploma Supplement. Die Unterlagen sind auf den europäischen Arbeitsmarkt zugeschnitten und sollen dabei helfen informell erworbene Kompetenzen sichtbar zu machen.

www.europass-info.de

Ausbildungsportfolios