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Fulgurite – Blitzröhren im Sand

Fulgurite - Mineralienbörse 2012 in Ennepetal ©Martina Rüter
Fulgurite - Mineralienbörse 2012 in Ennepetal ©Martina Rüter

Mineralische Zeugen eines Blitzeinschlags

Einen von einem Blitz getroffenen Baum hat sicherlich jeder schon einmal gesehen. Doch es gibt noch andere Naturerscheinungen, die durch Blitze entstehen. Dazu gehören Blitzröhre, Blitzgläser oder versteinerte Blitze – alle samt Trivialnamen für Fulgurite.

Wenn der Blitz einschlägt, wird es heiß – bis zu 30.000 Grad Celsius. Durch die plötzlich hohen Temperaturen schmilzt das vom Blitz getroffene Gestein in Bruchteilen von Sekunden. Dadurch wandeln sich die im Gestein enthaltenen Mineralien um und es können sogenannte Gläser entstehen. Ebenso wie vulkanische Gläser (z.B. Obsidian) verfügen Blitz-Gläser über keine dreidimensionale Kristallstruktur; sie sind amorph. Vulkanische Gläser kühlen an der Erdoberfläche so schnell ab, dass keine Zeit bleibt eine kristalline Struktur zu bilden. Wird Gestein oder Sand von einem Blitz getroffen, so entstehen röhrenförmige Gebilde, an deren Wandung das Gestein bzw. der Quarz aufgeschmolzen wurde. Sand schmilzt - je nach Zusammensetzung bei etwa 1.600 bis 2.000°C. Durch die plötzliche Erhitzung und das relativ schnelle Erkalten des Sandes kommt es zu einer Blitzverglasung.

Aussehen von Blitzröhren
Eine Blitzröhre kann seitliche Verzweigungen aufweisen, wie der Blitz, der sie erzeugt hat. Blitzröhren haben eine Größe zwischen einigen Millimetern bis hin zu einigen Metern. Man bezeichnet die Gebilde umgangssprachlich als „versteinerte Blitze“, wobei eigentlich der Hohlraum den Weg des Blitzes abbildet. Häufig erinnern die Gebilde auch an poröse Knochen.

Fulgurite
Wissenschaftlich korrekt heißen die Blitzröhren Fulgurite. Ihr Name leitet sich von dem lateinischen Wort fulgur für Blitz ab. Je nachdem, ob der Blitz in einen Fels oder in den Sand eingeschlagen ist, unterscheidet man zwischen Sand- und Felsfulguriten. Fulgurite können durch Blitzeinschlag in Quarzsand, Graniten, Gneisen und Vulkaniten entstehen. Die Fulgurite sind innen hohl, die innere Wand ist glasig, meist mit verschweißten Quarzpartikeln, Der äußere Rand ist schmelzgesintert und nicht selten mit einer Schicht verbackener Sandkörner bedeckt. Fulgurite sind keine echten Mineralien.

Blitzquarz
Wird ein Quarzkristall (Bergkristall) von einem Blitz getroffen, so spricht man von einem Blitzquarz. Der Blitzeinschlag hinterlässt dann eine auffällige Spur im Kristall.

Lechatelierit
Lechatelierit ist ein natürliches Kieselglas (amorphes Siliziumdioxid), das in der Natur durch das Aufschmelzen von Quarzsand bei Temperaturen von über 1.700 Grad Celsius entsteht. Lechatelierit ist kein anerkanntes Mineral. Manchmal wird er als Quarz-Modifikation beschrieben oder mit Fulgurit gleichgesetzt; sein Mineralstatus ist nicht eindeutig definiert. Lechatelierit kann in Tektiten und Impaktgläsern vorkommen, die bei einem Meteoriteneinschlag gebildet werden. Ein bekanntes Beispiel ist Libysches Wüstenglas. Es besteht zu 98 Prozent aus Lechatelierit.

Quellen:

 

 

 

 

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