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Digitale und analoge Lernangebote planen – Teil 2: Die Bloomsche Lernziel-Taxonomie

KI-generiert mit ChatGPT

Für die Planung eines Lernangebots ist es wichtig zu wissen, welches Ziel am Ende von den Teilnehmenden erreicht werden soll. Anders gefragt: „Was sollen die Teilnehmenden am Ende gelernt haben bzw. was sollen sie können?“

Anhand der Lernziele können einerseits Lehrende prüfen, ob die Lerninhalte verstanden wurden, andererseits können aber auch die Lernenden sich selbst testen und so überprüfen, wie weit der individuelle Lernstand fortgeschritten ist. Auch für die Motivation der Lernenden ist es hilfreich, die Lernziele transparent zu machen.

Bei der Formulierung von Lernzielen hilft die Bloomsche Lernziel-Taxonomie. Sie wurde von Benjamin Bloom (1976) entwickelt und über die vergangenen Jahrzehnte mehrfach modifiziert.

Lernziele können unterschiedlichen Taxonomiestufen (Niveaustufen von Lernergebnissen) zugeordnet werden. Die Taxonomiestufen gliedern die Lernziele in hierarchische Abschnitte und helfen bei der Lernzielkontrolle. Ursprünglich gibt es sechs Taxonomiestufen, die über die Zeit modifiziert und manchmal auf vier Stufen (1. Erinnern, 2. Verstehen, 3. Anwenden, 4. analysieren, evaluieren und erstellen) reduziert werden.

In der modifizierten Bloomschen Taxomomie nach Anderson & Krathwolh werden den einzelnen Taxonomie-Stufen Verben zugeordnet, die bei der Beschreibung von Lernzielen (und später bei der Formulierung von Prüfungsaufgaben) genutzt werden können.

Bild: eigene Darstellung

Hinweis: Nicht in jeder Lehrveranstaltung muss die oberste Stufe erreicht werden. Manchmal soll lediglich ein Zusammenhang verstanden werden (Stufe 2). In anderen Fällen sollen bestimmte Fertigkeiten erlernt werden (Stufe 3 bis 6). Allerdings müssen alle Stufen – bis zur angestrebten Stufe – von unten nach oben durchlaufen werden.

Die folgende Tabelle listet Beispiele für Verben je Taxonomiestufe und Beispiele für die Formulierung von Lernzielen nach Bloom. Die Verben der einzelnen Taxonomiestufen sind nicht immer eindeutig trennbar und können sich überschneiden.

Bloom-Taxonomie: Kompetenzstufen mit typischen Verben und Beispielen
Stufe Verben & Schlüsselwörter für Aufgaben Beispielsatz
1 – Erinnern Verben:
kennen, nennen, aufzählen, definieren, beschreiben, darlegen,
wiederholen, auflisten


Schlüsselwörter:
was, wann, wer, liste auf, gib an

Die Studierenden können verschiedene Arten der
Signalerweiterung aufzählen.
2 – Verstehen Verben:
interpretieren, erklären, umsetzen, vergleichen,
zusammenfassen, kategorisieren, demonstrieren,
übersetzen, illustrieren, beschreiben


Schlüsselwörter:
was, vergleiche, ordne, gib ein Beispiel, unterscheide

Die Studierenden können verschiedene Arten der
Signalweiterleitung erklären.
3 – Anwenden Verben:
übertragen, umsetzen, ausführen, durchführen,
darstellen, schildern, benutzen


Schlüsselwörter:
prüfe, betrachte, finde heraus, löse, wähle

Die Studierenden können ihr Wissen über verschiedene Arten
der Signalweiterleitung auf neue Sachverhalte übertragen.
4 – Analysieren Verben:
einstufen, unterscheiden, gegenüberstellen,
erforschen, zerlegen, auswerten, ermitteln,
ableiten, gliedern, diskutieren,
differenzieren, einordnen


Schlüsselwörter:
was tust du, untersuche, erkläre,
vergleiche, erkenne

Die Studierenden können verschiedene Arten der
Signalweiterleitung bezüglich ihrer Geschwindigkeit
einordnen.
5 – Evaluieren Verben:
auswerten, überprüfen, vorschlagen,
verallgemeinern, bewerten, beurteilen,
entscheiden, argumentieren, widerlegen,
verfassen


Schlüsselwörter:
was ist, beurteile, entscheide,
kontrolliere, deute, verteidige

Die Studierenden können verschiedene Arten der
Signalweiterleitung bezüglich ihrer Geschwindigkeit
bewerten.
6 – Gestalten / Kreieren Verben:
zusammenstellen, entwerfen, erfinden,
konstruieren, planen, produzieren,
herstellen


Schlüsselwörter:
wie, entwickle, was würde sein,
vermute, was bedeutet, plane,
stelle her

Die Studierenden können ein fiktives Modell einer neuen
Art der Signalweiterleitung entwickeln.

Course Planning Canvas

Course Planning CanvaWenn die Lernziele definiert sind, können sie in das Course Planning Canva eingetragen werden.

Rahmenbedingungen und die Ergebnisse der Zielgruppenanalyse wurden in Teil 1 dieser Serie mit Hilfe des ADDIE-Modells erarbeitet und können in die Felder "Zielgruppe" eingetragen werden. Im nächsten Teil geht es an die beiden letzten Felder des Course Planning Canvas: "Methoden" und "Medien / Tools".

Quellen:

Anderson, L. W., & Krathwohl, D. R. (2001). A taxonomy for learning, teaching, and assessing: A revision of Bloom’s taxonomy of educational objectives: Complete edition (xxix, 352 S.). Addison Wesley Longman, Inc.
https://eduq.info/xmlui/handle/11515/18824 (eduq.info)

 

 

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