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Spina Bifida – offener Rücken

Modell einer menschlichen Wirbelsäule - Quelle: Pixabay
Modell einer menschlichen Wirbelsäule - Quelle: Pixabay

Spina Bifida oder umgangssprachlich auch "offener Rücken", ist eine der häufigsten Behinderungen bei Neugeborenen.
Die Bezeichnung Spina Bifida setzt sich aus den beiden lateinischen Worten „spina“ für Stachel oder Dorn, womit hinteren Dornfortsatz des Wirbelkörpers gemeint ist, und „bifidus“ für „zweigeteilt“ zusammen. Deshalb spricht man auch von „Wirbelspalt“ oder „Spaltwirbel“. Medizinisch handelt es sich hierbei um eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks.

Entstehung und Auswirkung einer Spina Bifida
Diese Behinderung entsteht dadurch, dass sich in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft die schützende Wirbelsäule um das Rückenmark und die Nerven unvollständig ausbilden. Eine Schädigung der Nerven kann zu unterschiedlichen Lähmungen führen. Es ist schwer vorauszusagen, wie genau sich die Lähmungen auswirken. Bisweilen sind sie geringfügig; es können aber auch schwere Lähmungen beispielsweise der Beine, Harnblase und des Mastdarms auftreten. Häufig entwickelt sich auch ein Hydrocephalus und / oder eine Arnold-Chiari-Anomalie.

Spina Bifida occulta – die unsichtbare Form der Fehlbildung
Der Zusatz „occulta“ bedeutet „geschlossen oder nicht sichtbar“. Die geschlossene Spina Bifida ist dadurch gekennzeichnet, dass sich nur ein zwei gespaltener Wirbelbogen findet, ohne dass das Rückenmark mit seinen Rückenmarkshäuten, den Meningen beteiligt ist. Sie ist darum nicht von außen sichtbar. Die Spina bifida occulta ist recht häufig und wird oft zufällig bei Röntgenaufnahmen oder einer Untersuchung des Rückens festgestellt.

Spina Bifida aperta – Die sichtbare Form der Fehlbildung
Der Zusatz „aperta“ bedeutet „offen oder sichtbar“. Von einer offenen Spina Bifida spricht man, wenn Rückenmark durch den Wirbelsäulenspalt durchtritt. Dabei unterscheidet man zwei Formen:

  1. Meningozele: Durch den Spalt treten Rückenmarkshäute, die Meningen hervor. Das Nervengewebe des Rückenmarks, das Myelon, befindet sich in seiner normalen Position innerhalb des Wirbelkanals. Dabei wölbt sich die Haut und es entsteht eine Zyste. Diese kann operativ entfernt werden.
  2. Myelomeningozele: Bei dieser schweren Form der Spaltbildung tritt auch das Myelon, also das eigentliche Rückenmark beziehungsweise die Rückenmarknerven, aus dem Wirbelbogen aus. Die Myelomeningozele kann man am Rücken des Neugeborenen offen sehen.

Behandlung der Spina Bifida aperta
Durch den offenen Rücken kann es leicht zu einer Infektion der Rückenmarksstrukturen kommen, die unter Umständen eine Hirnhautentzündung verursachen kann. Deshalb erfolgt meist in den ersten Tagen nach der Geburt eine Operation, bei der der offene Rücken verschlossen wird. Eine der möglichen Varianten ist das Überhäuten mit Hirnhaut.
Patienten mit Spina Bifida brauchen lebenslang eine regelmäßige und individuell abgestimmte medizinische Behandlung.

Ursachen der Spina Bifida
Warum es zu diesem Defekt kommt, ist bislang nicht bekannt. Die Spina bifida tritt familiär gehäuft auf, was dafür spricht, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Wissenschaftlich erwiesen ist jedoch, dass ein Folsäuremangel das Risiko für die Erkrankung erhöht.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida und Hydrocephalus e. V. (ASBH) und dem Sternchenforum

Quellen: ASBH, Techniker Krankenkasse

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