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Was ist und kann ein Lernmanagement-System?

LernmanagementsystemEin Lernmanagement-System (kurz: LMS) – manchmal auch Learning Content Management System (LCMS) genannt – ist eine Software zur Bereitstellung von Lerninhalten und zur Organisation von Lernvorgängen. Lernmanagement-Systeme werden auch als Lernplattformen bezeichnet.

Lernmanagement-Systeme umfassen Funktionalitäten …

  • zur Lernumgebung (Bereitstellung und Verwaltung von Lernmaterialien und Kommunikationstools sowie der Dokumentation des Lernfortschritts und Lernerfolgs).
  • zur Benutzungs- und Kursverwaltung (Management).
  • für den allgemeinen Betrieb der Software, wie beispielsweise die Verwaltung und Anpassung von Designvorlagen sowie generelle Einstelloptionen (System-Administration).

Eigenschaften

Lernmanagement-Systeme verfügen über drei grundlegende Eigenschaften:
1. LMS sind modular aufgebaut.
Lernmanagement-Systeme besitzen bestimmte Grundfunktionen, die durch spezielle Erweiterungen (Plugins) ergänzt werden können. Je nach Institution gibt es unterschiedliche Anforderungen an den Funktionsumfang. Deshalb sind nicht alle Systeme identisch, sondern unterscheiden sich in ihren (technischen) Möglichkeiten.
2. LMS verfügen über ein Rollen-Rechte-System.
Ein Rollen-Rechte-System sorgt dafür, dass bestimmte Rollen (z. B. Administrator*in, Kursleiter*in, Teilnehmer*in) unterschiedliche Rechte im LMS haben. So verwalten Administrator*innen die Benutzenden systemweit und organisieren die Kurse in Kursbereichen. Sie konfigurieren und warten das LMS und sorgen dafür, dass es reibungslos funktioniert.
Benutzende Personen können unterschiedliche Rollen und Rechte haben. So unterscheidet man in LMS zwischen Kursleiter*in und Teilnehmer*in. Kursleitungen verwalten die Teilnehmenden in ihren Kursen und stellen ihnen Lernmedien, Kommunikationstools und Lernfortschrittsanzeigen in ihren Kursen zur Verfügung. Die Rollen können auch andere Namen tragen. Handelt es sich beispielsweise um eine Hochschule, so könnten die Bezeichnungen Dozent*in und Student*in lauten. Je nach Institution können weitere Rollen mit speziell definierten Rechten eingerichtet werden (z. B. Gäste oder Lehr- und Korrekturassistent*innen).
3. LMS trennen Inhalt und Gestaltung (Design) voneinander.
Die Inhalte werden durch die Kursleitung organisiert, während das optische Erscheinungsbild (Layout) zentral durch Administrator*innen verwaltet wird. Das Layout folgt in der Regel dem Corporate Design des Unternehmens bzw. der Institution. Diese Eigenschaft ist auch der Grund dafür, dass zwei LMS – trotz gleicher Software – sich optisch stark unterscheiden können.

Welche Arten von LMS gibt es?

Praktisch alle Lernmanagement-Systeme sind webbasiert, d. h. zur Nutzung werden lediglich eine Internet-Verbindung und ein Browser benötigt. Für einige LMS gibt es zusätzlich eine App für mobile Geräte. Es gibt proprietäre, kostenpflichtige und freie, kostenlose als Open Source angebotene Lernmanagement-Systeme.

Proprietär bedeutet, dass die Software von einem Unternehmen entwickelt wurde, dessen Eigentum der Quellcode ist.

Open-Source-Software ist unter einer Lizenz veröffentlicht, in der die Inhabenden von Urheberrechten den Benutzenden das Recht einräumen, die Software und ihren Quellcode kostenfrei zu verwenden und auch zu ändern.

Insbesondere öffentliche Einrichtungen, Schulen, Hochschulen sowie andere Bildungseinrichtungen aber auch Unternehmen nutzen häufig Open Source-Software.

Was kann bzw. wozu eignet sich ein LMS?

Ein LMS dient dazu, Lernenden Kursinhalte und organisatorische Informationen möglichst übersichtlich darzubieten. Da die Kursinhalte oft nur für einen bestimmten Personenkreis (Schüler*innen, Studierende, Mitarbeitende oder Teilnehmende, die für den Kurs Geld bezahlt haben) zugänglich sein sollen, verfügen alle LMS über eine Anmeldefunktion. Erst nach Registrierung bzw. Login kann auf die Kursmaterialien zugegriffen werden.
Die Lernumgebung ist also personalisiert und ermöglicht somit auch die individuelle Bewertung von Aufgaben und Tests. Weiterhin verfügen LMS meistens über eine Kalender-Funktion und ein individualisiertes Dashboard. Das Dashboard ist die Startseite, auf die Nutzenden nach dem Anmelden weitergeleitet werden. Hier findet sich auch die Übersicht über die jeweiligen Kurse.

Welche Kurselemente gibt es?

In der Regel gibt es zu jedem Kurs eine Kursseite mit Unterseiten, die es ermöglichen, die Themen bzw. Lektionen eines Kurses darzustellen. Jedes LMS bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Dateitypen (docx, pptx, pdf etc.) hochzuladen und so Präsentationen, Skripte und andere Dokumente zum Download anzubieten. Zudem können Links auf externe Websites eingebunden werden. Einige LMS verfügen über spezielle Tools, mit denen Lerneinheiten direkt im System erstellt werden können.

Die meisten LMS verfügen über Schnittstellen, welche die Integration von extern erstellten Lerneinheiten ermöglichen. Viele LMS bieten interaktive Anwendungen (Quizze und Tests) und verschiedene Kollaborationswerkzeuge (Wikis, Glossare, Whiteboards etc.), welche die Zusammenarbeit unterstützen.

Des Weiteren bieten LMS Kommunikationswerkzeuge, die einen Austausch der Kursteilnehmenden untereinander und zwischen Lehrenden und Lernenden ermöglichen. Dieser kann beispielsweise über ein in das LMS integriertes Forum erfolgen. In der Regel besteht auch die Möglichkeit, E-Mails über das LMS zu versenden. Einige LMS verfügen zudem über eine Integration von Videokonferenz-Systemen wie Zoom oder BigBlueButton.

Kurselemente eines Lernmanagement-Systems
Häufig werden Lernmanagement-Systeme lediglich zur Bereitstellung von Lernmaterialien – in der Regel sind dies PDF-Dateien von PowerPoint-Präsentationen – verwendet. Das ist sehr schade, denn eine Liste von PDF-Dateien ist unübersichtlich und wenig motivierend für die Lernenden.
Ziel sollte es sein, eine Kursseite in einem Lernmanagement-System möglichst ansprechend zu gestalten. So können neben der Bereitstellung von Lernmaterialien, wie Dateien, Links und Lerneinheiten, interaktive Elemente (auch Aktivitäten oder Objekte genannt), wie Foren, Wikis, Glossare, Tests und Übungen in einen Kurs integriert werden. Hierdurch können beispielsweise reine Selbstlernkurse interaktiv gestaltet oder eine Präsenzveranstaltung ergänzt werden.

Zusammenfassung

Lernmanagement-Systeme haben viele Gemeinsamkeiten: Sie bieten in der Regel ein Set an Grundfunktionen, die das Lehren und Lernen unterstützen. Insbesondere durch den modularen Aufbau verfügen verschiedene LMS über unterschiedliche Funktionalitäten. Selbst LMS einer Sorte – wie zwei Moodle-Systeme – können im Detail sehr unterschiedliche Möglichkeiten bieten. Durch die Trennung von Inhalt und Gestaltung (Design) können zwei Moodle-Systeme ebenfalls sehr verschieden sein. So können Bedienelemente an unterschiedlichen Stellen auftauchen und komplett anders aussehen. Deshalb ist es wichtig, zunächst die Möglichkeiten bzw. den Funktionsumfang des eigenen LMS kennenzulernen. Erst dann, wenn klar ist, was (technisch) möglich ist, kann sich die eigene Kreativität bei der Kursgestaltung frei entfalten.

Welche Funktionen bietet dein LMS?

Schau in dein LMS: Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Aktivitäten / Lernobjekte / Plugins / Tools stehen zur Gestaltung eines Kurses zur Verfügung?
Wenn du dich in deinem LMS noch nicht so gut auskennst und nicht weißt, wo du suchen sollst, dann frag deine*n IT-Verantwortliche*n bzw. den/die Administrator*in des LMS oder schau in der zugehörigen (Online-)Dokumentation nach.
Erstelle eine Liste „Elemente meines LMS“ und mache dir entsprechende Notizen zu jeder Funktion (Datei-Upload, Link einfügen, Forum, Wiki, Glossar etc.), die du in deinem LMS zur Verfügung hast. Notiere dir, was du mit welchem Element machen kannst.

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